Knapp 300 Gäste verfolgen das Geschenen im Senatssaal des Bayerischen Landtags

 

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Pro.movere – was bewegen wir für kranke Kinder?

„Solange wir nicht allen Menschen Brot, ein Dach über dem Kopf und die Möglichkeit zur geistigen Bildung bieten, solange dürfen wir uns auch nicht der Illusion hingeben, wir verdienten den Namen menschliche Gesellschaft.“ Janusz Korczak (1878-1942), Kinderarzt, Pädagoge und Vordenker der Kinderrechte

Die Zukunft kranker Kinder stand am vergangenen Donnerstag, 13.11.2014 im Zentrum der feierlichen Veranstaltung „pro.movere“ im Bayerischen Landtag. Anlässlich des 25. Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Medizin und den Medien in einer prominent besetzten Podiumsrunde aktuelle Spannungsfelder der Kindermedizin und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. In Anwesenheit von rund 350 geladenen Gästen wurden zwei Preise für herausragendes persönliches Engagement verliehen: Der Bayerische Stifterpreis ging in diesem Jahr an Dr. h.c. mult. José Carreras, die Wissenschaftlerin Dr. Petra Wendler erhielt den Care-for-Rare Science Award 2014.

Kinderrechte und Kindergesundheit in der Diskussion

Auf Einladung von Landtagspräsidentin Barbara Stamm fand die Veranstaltung pro.movere in diesem Jahr im Maximilianeum, Sitz des bayerischen Landtags statt – ein prädestinierter Ort, um über Rechte und Bedürfnisse von Kindern zu sprechen und gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu initiieren. Experten aus verschiedenen Disziplinen diskutierten auf dem Podium über den Stellenwert von Kinderrechten und Kindergesundheit in unserer Gesellschaft. Professor Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, sieht die Politik in der Pflicht und plädiert für eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Die stellvertretende Vorsitzende der Kinderkommission im Bayerischen Landtag Doris Rauscher zieht einen bayernweiten Aktionsplan für kranke Kinder in Erwägung. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“ – darüber herrschte Einigkeit wie auch darüber, dass die Würde der Kinder zur Richtschnur des Handelns werden müsse, wenn Interessen von Kindern berührt werden. Aus medizinischer Sicht sei eine individualisierte, an den Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientierte Kindermedizin unabdingbar, wolle man den Forderungen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht werden, so Professor Dr. Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik am Dr. von Haunerschen Kinderspital. Ähnlich äußert sich Professor Christiane Woopen, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates: „Kinder benötigen besonders viel Zeit und Zuwendung und lassen sich nicht in eine Logik der Effizienzsteigerung durch Leistungsverdichtung einpassen“; Kinder seien in ihrer Vulnerabilität der Prüfstein der Solidarität unserer Gesellschaft. Die Zukunft unserer Kinder kann aber nicht nur auf systemischen Veränderungen beruhen – jeder Einzelne in unserer Gesellschaft müsse sich engagieren. Dazu ruft Dr. Jürgen Heraeus, Vorstandsvorsitzender von UNICEF Deutschland, auf und betont dabei auch die Notwendigkeit einer besseren Spendenkultur in Deutschland.

Letztlich sind es drei junge Patienten aus dem Haunerschen Kinderspital – Valentin (6 Jahre), Sarah (9 Jahre) und Magdalena (15 Jahre) – die die wirklich wichtigen Fragen stellen: „Was konkret können Sie für Kinder mit seltenen Erkrankungen tun?“ Willi Weitzel, Kinderreporter und Welterforscher, fungiert am Abend als Anwalt der Kinder und stellt ihre Geschichten kurz vor: Magdalena hat eine Autoimmunkrankheit mit bislang unbekannter Ursache und ist auf Medikamente angewiesen. Um herauszufinden, wie ihr dauerhaft geholfen werden kann, sind dringend weitere Forschungsanstrengungen nötig. Auch bei Valentin, der nach einem Darmverschluss operiert werden musste, wissen die Ärzte noch nicht, was ihm genau fehlt. Sarah hat eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis man ihre Rheumaerkrankung endlich erkannte. Alle diese Kinder sind auf unsere Unterstützung angewiesen, denn nur durch eine verstärkte Förderung von Forschung, pädiatrischer Spezialausbildung und Expertenvernetzung können Krankheiten früher erkannt, besser verstanden und adäquat behandelt werden.

Zwei Preise als Ausdruck einer gemeinsamen Mission

Pro.movere ist eine gemeinsame Initiative der Care-for-Rare Foundation und der Werner Reichenberger Stiftung. Pro.movere will Bewegung initiieren, zum Handeln aufrufen. Pro.movere möchte gleichzeitig das Augenmerk auch auf jene Persönlichkeiten richten, die sich bereits aktiv einsetzen für die Bedürftigen in unserer Gesellschaft. Zu diesem Zweck verleihen die Care-for-Rare Foundation und die Werner Reichenberger Stiftung jährlich zwei komplementäre Preise als Ausdruck der gemeinsamen Mission: Der Bayerische Stifterpreis würdigt eine herausragende Stifterpersönlichkeit, der Care-for-Rare Science Award ermöglicht die Anschubfinanzierung eines Forschungsprojekt. Beide Preise werden von der Werner Reichenberger Stiftung finanziert.

In diesem Jahr erhielt der Startenor José Carreras den mit 25.000 Euro dotierten Bayerischen Stifterpreis für seinen Einsatz im Kampf gegen Leukämie. „Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem!“ lautet der Leitsatz der Deutschen José Carreras Leukämie Stiftung. Carreras, der 1987 selbst an Leukämie erkrankt war, setzt sich mit seiner Stiftung in besonderer Weise für die Therapie von Patienten mit Blutkrebs ein: Neben der Förderung der klinischen Leukämie-Forschung unterstützen die Stiftungsgelder Maßnahmen zu einer Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten (insbesondere der Knochenmarktransplantation) sowie Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. „José Carreras gibt der Stiftung nicht nur einen Name“, betont Laudator und FC Bayern-Trainer Pep Guardiola, „wondern er will mit seiner ganzen Kraft helfen, dass Kinder eine Chance gegen diese Krankheit erhalten. Mit seinem Beispiel hat er viele andere angesteckt.“

Anstecken will auch Dr. Petra Wendler vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Wissenschaftlerin ist die diesjährige Preisträgerin des mit 50.000 Euro dotierten Care-for-Rare Science Awards. Dr. Petra Wendler widmet sich der Erforschung des Zellweger-Syndroms, einer seltenen und bislang unheilbaren Erbkrankheit. Viele Kinder, die am Zellweger-Syndrom erkrankt sind, erleben ihren ersten Geburtstag nicht. Mit dem Preisgeld wird die Wissenschaftlerin ein Forschungsprojekt initiiere, um die Grundlagen dieser tödlichen Erkrankung zu erhellen. „Kinder mit seltenen oder noch unbekannten Krankheiten sind die ‘Waisen der Medizin‘ – nur durch verstärktes bürgerschaftliches Engagement kann es gelingen, die Ursachen dieser Krankheiten zu erforschen und dringend nötige neue Behandlungswege zu eröffnen“, so Professor Dr. Christoph Klein, Vorstand der Care-for-Rare Foundation und Direktor der Kinderklinik am Dr. von Haunerschen Kinderspital.

Die feierliche Preisverleihung wurde vom BR aufgezeichnet und wird voraussichtlich am 20. Dezember 2014 um 22.30 bei ARD alpha gesendet.

pro.movere will Bewegung initiieren und die Aufmerksamkeit auf die wachsende Bedeutung gesellschaftlichen Engagements lenken.

pro.movere will zum Stiften anstiften, damit in Zukunft weitere nachhaltige Allianzen entstehen können.
pro.movere will ein Zeichen der Verantwortung setzen – für die Zukunft unserer Kinder.

 

Hinweis: Weitere Bilder von der Veranstaltung sehen Sie, wenn Sie auf das Bild oben klicken.

Ihre Ansprechpartnerin:

Anne-Marie Flad

Tel: + 49 89 4400-57947
Fax: +49 89 4400-57702